Die Brünner


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Presse

NP Coburg 25.Februar 2017 - von Kreisheimatpfleger G. Lipp

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Hausbrauerfest 2015

Neue Presse Coburg

NP Coburg vom 17.6.2014

Neue Presse Coburg 25. Sept. 2013

Hauptlehrer Willy Bergmann aus Brünn gefiel die Idee, alle Kunstdenkmäler zwischen Dürrenried und Baunach zu dokumentieren. Er schrieb dazu die erläuternden Texte.

Kunstgeschichte in Schwarz-Weiß
Hauptlehrer Willy Bergmann und sein Kollege Ernst Kohler nehmen in den Sechzigerjahren Kunstdenkmäler im damaligen Landkreis Ebern auf. Noch heute schlummern die Sammlungen in den Archiven der Schulen, finden aber kaum Verwendung.
Von Kreisheimatpfleger Günter Lipp

Ebern - Es ist etwa um 1965 in einer Konferenz in der Eberner Volksschule gewesen. Schulrat Heinrich Hofmann richtete einen vertraulichen Appell an for Lehrer: Sie sollten nicht gleich nach dem Mittagessen spazieren gehen, das mache keinen guten Eindruck auf die Bevölkerung. "Freilich", antwortete ihm der Brünner Hauptlehrer Willy Bergmann, "dann sagen sie ,Jetzt schlöft er wieder!'"
Dass ihr Dorflehrer nicht faul war, das wussten die Brünner freilich. Er gehörte zu jenen, die immer etwas zu tun hatten und auch andere mit ihren Unternehmungen ansteckten. Im Ort erstellte er beispielsweise die vorbildliche Dorfchronik und betrieb den Bau der Leichenhalle. Und für den Landkreis Ebern schrieb er die Sagen auf und vor allem - er erforschte seine Kunstdenkmäler.
1960 hat Willy Bergmann sofort die Idee von Kreisheimatpfleger Heinrich Hofmann aufgenommen, für die Bevölkerung und insbesondere für seine Kollegen alle Kunstdenkmale im Kreis zu erfassen, darzustellen und zu beschreiben. In dem Marbacher Lehrer Ernst Kohler fand er dafür einen idealen Partner. Kohler, Jahrgang 1925, war ein leidenschaftlicher Fotograf. Besonders Kirchenaufnahmen waren seine Spezialität. Bei Fahrten nach England und Frankreich besuchte er eine Kathedrale nach der anderen und verbrachte dort Stunden bei seinem Hobby. Aber auch Pflanzen hat er gerne aufgenommen, denn seine Frau war Apothekerin bei Dr. Hösl in Ebern und kannte sich auf diesem Gebiet aus.
1961/62 klapperten die beiden Lehrer dann den ganzen Landkreis Ebern ab, von Dürrenried bis Baunach, von Memmelsdorf bis Breitbrunn. Da Willy Bergmann keinen Führerschein besaß - er hatte im Krieg ein Auge verloren - fuhren sie mit dem Auto von Ernst Kohler. Der fertigte mehr als 500 Aufnahmen, alle als Schwarz-weiß-Dias. Er hat das gern gemacht, obwohl das Verhältnis zu dem quirligen Bergmann nicht immer einfach war. Zu Hause in Marbach hat er dann alle Bilder nummeriert und geordnet.
1963 waren die beiden mit ihrer Arbeit fertig. Bergmann hatte inzwischen die Texte verfasst, das heißt, jedes Denkmal genau beschrieben. In manchen Orten wie in Appendorf gab es nur ein einziges, in Gleusdorf waren es zehn und in Ebern mehr als 150. Kunst fand sich vor allem in den Kirchen. Hier waren es die Altäre, die Kanzeln, die Taufsteine, die Sakramentsnischen, die Epitaphien und die Heiligenfiguren. In den Schlössern die Portale, die Wappen, die Bilder und Öfen. Aber auch besondere Häuser hatten die beiden aufgenommen. Nur den Bildstöcken schenkten sie kaum Beachtung. Das hat Reinhold Albert dann in den Jahren 1996 bis 1998 nachgeholt.
Eine große Hilfe bei den Beschreibungen war für Willy Bergmann die Zusammenstellung der Kunstdenkmäler des Bezirksamts Ebern, die Professor Hans Karlinger 1916 verfasst hatte. Bergmann ordnete die Denkmäler nicht nur nach den Orten, sondern auch nach den Kunstepochen. So stellte er alle Beispiele aus der Romanik zusammen, die aus der Gotik, der Renaissance, dem Barock und aus dem Rokoko - bis ins 20. Jahrhundert. Er hat dazu jeweils eine eigene Karte gezeichnet, so dass man sich jede Stilrichtung aussuchen konnte.
Das Ergebnis bestand in einer Mappe mit 94 Seiten Beschreibungen und einer Schachtel mit 511 Fotos im Format 8 mal 12, die heute noch superscharf sind. Sie zeigen nach 60 Jahren schon vieles, was inzwischen verändert wurde, verschwunden ist. Die katholischen Kirchen sind noch ohne Volksaltar. Am Eberner Rathaus hängt noch ein Briefkasten. Das Lehrerhaus in der Eyrichshöfer Schlossmauer hat noch einen Außenbalkon, und an die Ostfassade der Kirche von Kirchlauter drängt sich noch ein hoher Baum. Die Altarseite der Kirche von Lichtenstein ist zu Ehren der Gefallenen und Verstorbenen mit Kränzen bedeckt. In Pfarrweisach wird der Hochaltar von den drei überlebensgroßen Frankenaposteln dominiert. Jüngstes Beispiel ist die im September 1962 von Weihbischof Kempf eingeweihte Kirche von Reckenneusig. Kleine Schätze sind hier festgehalten. Die Strahlenkranzmadonna von Dürrenried, der Stuck in der Schlosskapelle von Maroldsweisach oder die wunderbare Kanzel von Neuses am Raueneck.
Landrat Dr. Reuther und Schulrat Hofmann haben für die Zusammenstellung lobende Vorworte geschrieben. Die 69 Gemeinden allerdings waren gar nicht begeistert, als sie hörten, dass sie für sich und ihre Schule jeweils einen Satz anschaffen sollten. Für Kraisdorf mit seinen 330 Einwohnern musste beispielsweise je einer für die katholische und die evangelische Bekenntnisschule gekauft werden. Eigentlich müsste es somit mindestens 100 Sätze geben, aber heute sind die rar geworden. Nur in wenigen Schularchiven hat sich noch einer erhalten. Dabei sind es heute schon fast Kostbarkeiten. Mit Sicherheit aber kunstgeschichtliche Dokumente.
Wie ging es weiter? Die "Kunstdenkmäler" gehören zu den Lehrerarbeiten, auf die der Kreislehrerverband Ebern in seinem Jubiläumsjahr besonders stolz ist. Der Polizei war die Zusammenstellung schon gelegentlich bei Kunstdiebstählen und Beschädigungen eine Hilfe. Wenn Schulrat Hofmann schrieb: "Die aufgewandten Bemühungen werden dann nicht umsonst sein, wenn die Lehrerschaft das vorliegende Werk zur Grundlage einer heimatlich ausgerichteten Bildungsarbeit zu nehmen weiß", so ahnte er schon etwas.
Man muss ehrlicherweise sagen, dass die Fotos in den Schulen in der Praxis nur wenig genutzt wurden. Sie ließen sich nicht gut in den Bildungsplan einfügen, und ihre Präsentation war von den Medien her schwierig. Damals gab es ja noch keinen Beamer, sondern allenfalls ein schweres, unhandliches Episkop.
Willy Bergmann erlag 1974 seinem dritten Herzinfarkt. Ernst Kohler absolvierte 1962 die Prüfung für das Lehramt an Realschulen in München; er hatte extern die Deutsch und Englisch studiert. 1963 zog er nach Kaufbeuren und unterrichtete dort erst an der Realschule, dann an der Fachoberschule. Im Jahr 2000 ist er verstorben. Mit den "Kunstdenkmälern des Landkreises Ebern" haben beide ein Beispiel für den Fleiß der Dorfschullehrer gegeben und sich selbst ein Denkmal gesetzt.


Bericht
Neue Presse 28. Juni 2013

Teilbürgerversammlung Brünn - Juni 2013

Hau-Ruck-Aktion für schönes Dorf

Baumaßnahmen in Brünn und Frickendorf
Für eine Friedhofsanierung und andere Maßnahmen in Frickendorf und Brünn wünscht sich Bürgermeister Herrmann Eigenleistung der Bürger. Das Material stellt die Stadt.

Die Wege im Friedhof in Brünn sollen verbessert werden. Das ist der Wunsch der Brünner, den sie bei Teilbürgerversammlung für die Orttschaften Brünn und Frickendorf am Mittwochabend in der ehemaligen Schule in Brünn äußersten. Der Bürgermeister fordert Eigenleistung, sollte eine Pflasterung der Wege gewünscht werden.
Rudolf Keicher sagte, dass diese Maßnahme schon lange angedacht und endlich was passieren sollte. Vor allem der Weg vom Kreuz in Richtung Kompost sei sehr schlecht. Robert Herrmann erläuterte, dass in Regel Friedhofswege gesplittet werden. Sollte eine "komfortablere Lösung" gewünscht werden, gehe es nicht ohne Eigenleistung. Als Beispiel nannte er das Engagement der Bürger von Eichelberg und Bramberg, die sich bei der Gestaltung ihres Gottesackers tatkräftig einbrachten. Ich stelle mir vor, dass wir von der Stadt das Material stellen, und die Bürger in einer Hau-Ruck-Aktion gemeinsam mit der Stadt die Maßnahe durchziehen."Würde man die Weg pflastern lassen, seien etwa 20000 Euro fällig. Die Differenz von Schotter zum Pflaster nannte er mit etwa 5000 Euro. Die Initiative, wann "Startschuss" für den Friedhofsweg fallen soll, müsste von den Brünnern selbst ausgehen.
Mit der Trinkwasserversorgung der Pfarrweisacher Gruppe sei alles "im grünen Bereich", so Herrmann. Wie fast überall gehe der Wasserverbrauch zurück. Die Unterhaltungskosten aber bleiben, das bedeute, dass mitunter die Gebühren erhöht werden müssten. "Da sind wir als Solidargemeinschaft gefragt", so Herrmann.

Für das Feuerwehrhaus in Brünn ist im Haushalt 2013 der Betrag von 10 000 Euro eingestellt. Dieser Betrag soll für ein neues Tor Verwendung finden. Gesucht werden soll auch eine neue Stelle im Dorfbach, wo dieser für Feuerlöschzwecke angestaut werden könne um so ein größeres Saugvolumen zu erreichen.

Eine Sanierung des Daches am Gemeindehaus Brünn sei nötig. Auch hier bat der Bürgermeister um Hilfe durch die Bürger, die gemeinsam mit dem Bauhof der Stadt tätig werden sollen.

Erfreut war er darüber, dass der Feuerwehrverein die Kosten für die Ausgaben für die Gestaltung des Jugendraumes im Dachgeschoß der ehemaligen Schule übernommen hat.

Ein "Klettergerüst" in einfacher Ausführung ist für den Spielplatz in Brünn gewünscht, wofür eine junge Mutter plädierte. Investitionen an Spielplätzen müssen wohlüberlegt werden, sagte der Bürgermeister, da oft nur wenige Kinder diesen nutzen würden.

Eine Brücke über den Bach südlich der Ortschaft Brünn sollte im Auge behalten werden, da ein Widerlager ziemlich "angespült" wäre. Auch Sicherungsmaßnahmen am Brückengeländer seien erforderlich. Angedacht werden soll ein Lagerplatz für Grünschnitt in Brünn.

Das Buswartehäuschen in Brünn wird an den drei Außenseiten mit einer Lärchenholzverschalung versehen, innen soll ein neuer Anstrich aufgebracht werden. In der Ortsmitte von Brünn ist das "Haus der Bäuerin in desolaten Zustand. Es befindet sich in privater Hand, die Eigentumsverhältnisse seien unklar. "Das sollte einmal geklärt werden", forderte Thomas Henig. Vielleicht würde sich dann jemand für seinen Erwerb finden. Die Glocke, die sich auf dem Anwesen befinde, könne auf das alte Brauhaus versetzt werden.

Die Ortschaften Brünn, Neues und Albersdorf werden bei den anstehenden Wahlen ein gemeinsames Wahllokal in der Schule in Brünn haben. Auch für Frickendorf und Höchstädten wird es nur noch ein Wahllokal geben. Wir können nicht verlangen, dass ein Wahllokal komplett mit großem Personalaufwand für wenige Wähler besetzt wird". sagte Robert Herrmann.


Hausbrauerfest stets ein Höhepunkt

Wasserjungfrauen aus der Quelle

Hauptlehrer Willy Bergmann erzählt die Sage der Nixen, die aus den Brünnwiesen aufsteigen. Der Kreisheimatpfleger beschäftigt sich mit dem möglichen Kern der Geschichte.
Von Günter Lipp
Brünn - Das Raueneck ist für seine Sage von der Brunnennixe und dem bösen Ritter bekannt, aber in der neuesten Wanderkarte steht bei dieser Ruine der Hinweis "Feenbrunnen". Was genau ist nun eine Nixe und was eine Fee? Die Suche beginnt nicht im Internet, sondern im guten alten Brockhaus. Der sagt, dass Feen "schöne, zauberische Wesen" sind, dass sie auf Bergen und Wiesen, in Quellen und Wäldern leben und dass sie ihre übermenschlichen Fähigkeiten zum Vorteil, aber auch zum Schaden des Menschen benutzen. Und noch etwas: Dass sie "irdische Männer lieben". Aber dazu gleich mehr.
Nixen wiederum waren in der germanischen Götterwelt ursprünglich Wasserungeheuer. Später wurden aus ihnen Doppelwesen - oben ein Mädchen und unten ein Fisch. "Meerjungfrauen" heißen sie dann auch und als solche sind sie besonders im Barock gerne gezeichnet, geschnitzt und gebildhauert worden. Manche Familie hat sie auch im Wappen geführt, denn ein solcher Schild ist verständlicherweise aufgefallen.
Der Brünner Hauptlehrer Willy Bergmann hat vor rund 50 Jahren ein Heft mit "Geschichten und Sagen des Eberner Raumes" zusammengestellt, das leider schon lange vergriffen ist. Dort steht auch die Sage von der. Rauenecker Nixe. Eine andere Geschichte aus seinem Schulort hat Bergmann nur in seiner Ortschronik aufgeschrieben, weshalb sie auch kaum bekannt geworden ist:
"In den Brünnwiesen gab es bis zum Jahr 1935 sehr starke Quellen mit unheimlichen Quellenlöchern, die schier unergründlich waren, sodass man mit einem Heubaum noch keinen Grund finden konnte. Alle diese gefährlichen und etwas gruselig anmutenden Quellen waren von Wasserjungfrauen bewohnt, von sehr hübschen, aber auch herzensguten Wesen des Reiches der Tiefe und des Wassers. Zu den Brünner Burschen hatten diese lieblichen Wesen ein besonders gutes und. herzliches Verhältnis. In bestimmten Nächten kamen sie ins Dorf, um mit den schneidigen Burschen im "Schreinershaus" zu tollen und zu tanzen. Beim Beginn der Geisterstunde mussten die Jungfrauen aber wieder in ihr düsteres Reich zurückgekehrt sein, andernfalls sie schwere Strafe zu erwarten hatten.
In einer dieser lustigen Tanznächte war es nun so schön, dass sie leicht
sinnig die Geisterstunde missachteten und bis in den grauen Morgen hineintanzten. Beim tränenreichen Abschied waren alle sehr traurig. Wenn nach unserer Heimkehr Blut aus den Quellen dringt, werden wir nie mehr zu Euch kommen! Das waren ihre letzte Worte. Denn es geschah, wie sie befürchteten.

Nie mehr wurde in Brünn eines dieser lieblichen Wesen gesehen. Lange trauerten die Brünner Burschen ihren geheimnisvollen Freundinnen nach - kehrten aber dann
gern zur blutvollen und freundlichen "Wirklichkeit" zurück, wo sie sich noch heute wohl fühlen."
Hat der Leser es gemerkt? Bergmann hat sich elegant darum gedrückt, ob hier Nixen oder Feen mitspielten und sprach nur von "lieblichen Wesen" und "Wasserjungfrauen".
Wenn man den möglichen Kein dieser Geschichte sucht, tut man sich schwer. Offensichtlich ist das Mini-Märchen erst vor zwei, drei Generationen entstanden. Für eine echte Sage fehlt ihm nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die deutliche Moral.
Am genauesten sind in ihm die Örtlichkeiten beschrieben. Da ist die Baunach, die sich bei Brünn anscheinend wohl fühlt, denn sie macht hier so viele Schlingen wie kaum anderswo. Obwohl sie nur ein Flüsschen ist, hält das Dorf doch respektvollen Abstand und lässt ihr Platz für ihre Hochwasser.
Das "Schreinershaus" hat es in Brünn tatsächlich einmal gegeben. Es trug die verschwundene Hausnummer 9 und war seit 1850 in Besitz der Familie Arnold. 1858 bewohnte es ein Christoph Lehnert. Er übernahm die Schankgerechtigkeit, die auf dem Haus ruhte, das heißt das Recht, Bier auszuschenken. Damit war es die erste Gastwirtschaft von Brünn. Im zweiten Stock des schmalen Fachwerkhauses gab, es tatsächlich einen kleinen Tanzsaal. Ausschank und Tanzen müssen sich aber nicht rentiert haben.
Von 1865 an findet sich eine neue Wirtschaft im Haus Nr. 13 (Pfeufer), für die Brünn bis nach dem Ersten Weltkrieg sehr geschätzt war. Aber auch die ging wieder ein. Es gab nach 1945 noch ein kurzes Nachspiel im "Schneidershaus". Dort hat ist wahrscheinlich die Geschichte von den Baunachnixen entstanden.
Als um 1995 die Feuerwehr das ehemalige Schulhaus übemahm, hatte Brünn wieder einen Treffpunkt. Seither finden die Bürgerversammlungen, Sitzungen, Vorträge und Familienfeste im ehemaligen Wohnzimmer der Lehrersfamilie statt. Das hätte sich Willy Bergmann nie träumen lassen, obwohl er einen guten Bockbeutel stets schätzte.
Aber die Frage nach den Nixen und Feen ist noch immer nicht beantwortet. Obwohl es im Volksmund bei hier anders heißt, muss man auf Grundlage des Brockhaus' her tatsächlich am Raueneck von einer (guten) Fee sprechen und das, was aus den Quellen der Brünnwiesen stieg, waren (liebliche) Nixen. Wobei sich die berechtigte Frage auftut, wie die mit ihren Fischschwänzen tanzen konnten. Und was sind nun eigentlich "Elfen"?


NP 17.02.2012

NP 30.3.2011

Nicht nur Namen, auch Symbol
Vorbach und Brünn haben nun ihre eigenen Wappen
Von Kreisheimatpfleger Günter Lipp

Brünn Vorbach - Alle Dörfer haben Namen, aber nur wenige auch ein Symbol. Von den kleineren Gemeinden im alten Landkreis Ebern führten vor 1972 nur Dürrenried, Wasmuthhausen und Kraisdorf eigene Wappen. Die durften ihre Feuerwehrleute auch nach der Gebietsreform stolz auf den Ärmelabzeichen führen. Die anderen Ortschaften hatten zunächst kein Bedürfnis danach.
Doch das änderte sich. Im Laufe der Zeit besannen sie sich auf ihre ehemalige Selbstständigkeit, auf ihre Geschichte, ihre Eigenart. Und so etwas will man auch zeigen. Deshalb kam verstärkt der Wunsch nach Dorfzeichen, Dorfwappen. Ich habe mich als Heraldiker natürlich darüber gefreut und im Laufe der Jahre nun schon sehr viele solcher Symbole entworfen und gezeichnet. Zwei neue sind in den letzten Monaten hinzugekommen: Die von Vorbach und von Brünn.
Vorbach war seit 1821 eine selbstständige Gemeinde, bis es 1972 über Unterpreppach zur Stadt Ebern kam. Sein Ortssprecher Matthias Becht war für die Anregung zu einem Dorfwappen sehr aufgeschlossen. Er hat dessen Vorstellung mit einem Vortrag über den Mord am Raueneck verbunden und die Vorbacher für den 19. März 2010 ins Gemeindehaus geladen.
An diesem Abend waren mehr Einwohner anwesend als bei der vorausgehenden Bürgerversammlung. Ich habe ihnen den sorgsam ausgedachten Vorschlag gezeigt und erläutert. Das Wappen für Vorbach ist in zwei Hälften gespalten. Rechts läuft schräg ein Wellenbalken, links steht der schwarze Schrägbalken der Rauenecker, der sich auch auf den Grabdenkmälern des Geschlechts in der Kirche von Pfarrweisach findet. Damit ist einmal der enge Bezug von Vorbach zur Burg Raueneck wiedergegeben und bildlich auch der Dorfname "vor dem Bach" - Vorbach.
Dieser Name erscheint noch ein zweites Mal. Halb zufällig, halb bewusst bilden die beiden schrägen Balken auch ein "V" für Vorbach! Zur weiteren Kennzeichnung des Dorfes liegt zwischen ihnen noch ein Fichtenzweig. Er erinnert daran, dass Vorbach für den Revierleiter ein eigenes Forsthaus besaß.
Es ist vor über 100 Jahren auf dem Grund des früheren Pfarrhauses errichtet worden. 1975 wurde es dann verkauft.
Von den Farben her lag das Rauenecker Wappen schon fest. Für das andere Feld wurde im Blick auf Wald, Felder und Forststelle von Vorbach bewusst Grün gewählt.
Die offizielle, heraldisch saubere Beschreibung des Wappens lautet: "Gespalten von Silber und Grün; vorne ein schwarzer Schrägbalken, hinten ein silberner Wellenbalken. Dazwischen auf der Spaltungslinie ein fünfendiges Fichtenreis in verwechselten Farben."
Der Vorschlag für ein eigenes Wappen fand breite Zustimmung. Fast alle Anwesenden sprachen sich dafür aus und so hat Vorbachh seit dem 19. März auch ein eigenes Dorfsymbol. Der gelernte Steinhauer Hans Saxinger, der seit über 50 Jahren in Vorbach wohnt und schon zahlreiche Denkmale verschiedenster Art geschaffen hat, will es in nächster Zeit in Stein meißeln und am Dorfplatz aufstellen.

Mord am Raueneck
Weitgehend problemlos kam auch Brünn zu seinem neuen Wappen. Kurioserweise war auch hier der "Mord am Raueneck" das eigentliche Abendprogramm des Feuerwehrvereins. Thomas Hennig hatte den Vortrag organisiert und das vorgeschlagene Wappen schon einmal bei den Feuerwehrleuten gezeigt. Da es dort gefiel, habe ich es dann am 22. März ausführlich vorgestellt.
Das Brünner Dorfwappen ist grün, gelb und schwarz. Schwarz steht für den Boden, grün für die Landwirtschaft und gelb dafür, dass die Brünner, wie ihr alter Hauptlehrer Willi Bergmann gern sagte, "warm angezogen sind". Dass Brünn bei diesem Namen ein Brunnen im Wappen braucht, war allen Beteiligten klar. Leider gibt es aber schon sehr viele Wappen mit diesem Symbol. Deshalb musste er durch Zeichen ergänzt werden, die das Dorf kennzeichnen und das Wappen einmalig machen. Diese beiden Symbole sind eine Hopfendolde und ein Kiefernzapfen. Das erste steht natürlich für die bis heute lebendige Brautradition im Ort und das andere für den bekannten Brünner Wald. Beide Figuren sind von der Form her ähnlich und passen gut neben das Brunnenhaus. Hier lautet nun die heraldische Beschreibung so: "In Gold über einem schwarzem Schildfuß ein von einer grünen Hopfendolde und einem grünen Kiefernzapfen begleitetes gemauertes schwarzes Brunnenhaus, aus dem ein von zwei schwarzen Reifen gefasster goldener Eimer an einem silbernen Seil im Schildfuß steht." Das klingt kompliziert, ergibt aber genau die offizielle Darstellung.
Am 4. Mai hat mir Thomas Hennig mitgeteilt, dass das Wappen im Dorf so akzeptiert worden sei und am kommenden Hausbrauerfest erstmals vorgestellt werden könne. Alois Voigt hat es dann auch in gekonnter Weise umgesetzt und so wirbt es schon seit einigen Wochen auf den Leiterwagen an den Ortseingängen für das bevorstehende Wochenende.
Ihre Wappen haben die beiden Dörfer keinen Cent gekostet. Netterweise aber haben sie sich mit Bocksbeuteln bedankt. Die neuen Symbole fangen den Blick und sagen etwas aus. Sie können nun bei verschiedenen Gelegenheiten verwendet werden: auf Plakaten und Urkunden, auf Vereins- und Feuerwehrabzeichen, auf Einladungen und Programmen, auf Festschriften und Dorfchroniken, an Maibäumen und Gedenksteinen - die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Man hat jetzt in Vorbach und Brünn nicht nur einen Namen, sondern auch ein Symbol zum Präsentieren.


Dieses Jahr fehlt Geld für Investitionen

Bürgerversammlung 1 Maßnahmen im Friedhof und am ehemaligen Kindergarten müssen noch warten. In Frickendorf gibt es keine Kinder mehr im Alter von unter sechs Jahren. Stadt Ebern will die Leerstände in den Dörfern kartieren lassen.

Brünn - 252 Bürgerinnen und Bürger - aufgeteilt in 135 Männer und 117 Frauen - leben in den beiden Eberner Stadtteilen Brünn und Frickendorf, 20 von ihnen allerdings mit Nebenwohnsitz. Im Alter bis zu sechs Jahren gibt es in Frickendorf überhaupt kein Kind, in Brünn immerhin sechs.
Mit diesen Zahlen leitete 1. Bürgermeister Robert Herrmann bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Vereinsheim der Feuerwehr seinen Bericht über die örtlichen Themen beider Stadtteile seit der letzten Bürgerversammlung am 9. Mai 2007 ein und dankte zunächst den örtlichen Vereinen für ihren Einsatz, beide Dörfer attraktiv und lebenswert zu gestalten.
Abgeschlossen sei die Maßnahme der Abwasserbeseitigung und der Wasserverbrauch beider Stadtteile - sie gehören zur Pfarrweisacher Gruppe - wäre seit Jahren stabil. Habe er sich in Brünn von 10 000 Kubikmetern jährlich im Jahr 2001 auf 11000 im Jahr 2009 erhöht, wäre er im gleichen Zeitraum in Frickendorf von 7700 auf 7300 gesunken. Insgesamt 18 215 Kubikmeter Wasser seien im vergangenen Jahr verbraucht worden, was pro Kopf der Bevölkerung 72,6 Kubikmeter ausmache. Der Durchschnitt in der Bundesrepublik liege bei 46 Kubikmetern. "Hier leben eben auch andere Wesen, die mit Trinkwasser verbrauchen", sagte er und meinte die Tiere in den Ställen.
In Frickendorf sei auf Initiative der Bürgerschaft ein neuer Friedhof entstanden ("Das war eine gute Sache"), für den die Stadt Ebern insgesamt 60 139 Euro aufgewendet habe. Für den Brünner Friedhof seien "gewisse Anpassungsarbeiten" angedacht, vor allem bei den Wegen. Allerdings seien angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt im Haushalt lediglich 10 000 Euro für alle Friedhöfe im Stadtgebiet vorgesehen. "In diesem Jahr können wir das überhaupt nicht anpacken, weil wir kein Geld haben", sagte Herrmann.
"Dieses Thema brennt uns schon länger auf den Nägeln", entgegnete Thomas Henig, "es wäre schön, wenn in naher Zukunft etwas geschehen könnte." "Das steht auf der Agenda und wenn wir so weit sind, machen wir das", antwortete der Bürgermeister und hoffte auf viele Bürger, die bei den Arbeiten helfen. "Dann können sie mitbestimmen, welches Material zum Einsatz kommt."
Ein weiteres Thema war der vom FC Frickendorf gepachtete ehemalige Kindergarten in Brünn. Fenster aus der Eberner Grundschule seien eingebaut worden, zeigte Herrmann auf. Es sei noch einiges am Gebäude zu verbessern, "obwohl der Grundgedanke war, die Stadt vermietet das für einen Euro und damit ist das Thema erledigt". "Jetzt haben wir schon einiges mehr an Unterhalt beigetragen, als wir uns das gedacht hatten." Das Dach sei nicht dicht.
Stadt spricht mit Verein.
Die Stadt, so der Bürgermeister, werde auf den Verein zugehen, wenn er aber etwas haben wolle, müssten sich die eigenen Kräfte mehr einsetzen. "Wir sind gerne dabei, wollen aber die Nutzer nicht aus ihrer eigenen Verantwortung entlassen." Für die anstehenden Maßnahmen seien 10 000 bis 15 000 Euro angesetzt unter Einbezug der Eigenleistungen. Aber das könnte erst in den nächsten fünf bis zehn Jahren durchgeführt werden.
Etwas anderes würde jedoch in diesem Jahr angepackt: Die Erneuerung der alten Holztore an der Feuerwehrgerätehalle. In jedem der beiden Stadtteile gebe es noch eine Viehwaage. Bürgermeister Herrmann bat die Bürger zu überlegen, ob die noch benötigt würden. Wenn nicht, werde sie die Stadt verkaufen. Ferner teilte er mit, dass die Stadt für die Sanierung des Schlachthauses in Brünn 3700 Euro beigesteuert habe. Leerstände in beiden Dörfern sollten kartiert werden. Zu ihnen gehöre auch das "Haus der Bäuerin" in Brünn, bei dem zu überlegen sei, ob und wie es künftig genutzt werden könnte. Darüber müsse jedoch mit den Eigentümern gesprochen werden.
Feuerwehrverein leistet viel
Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Bernd Koch, trug eine lange Liste der Tätigkeiten vor, die von den 40 Vereinsmitgliedern erledigt würden: von der Pflege der Grünflächen bis hin zu Veranstaltungen wie dem Hausbrauen. Hunderte von Stunden und viel Geld werde dafür freiwillig aufgewendet. Wo der Verein allerdings aus zeitlichen Gründen passen müsse, das sei der notwendige Rückschnitt der Hecke um das Gelände des ehemaligen Kindergartens und des Spielplatzes. Das sollte die Stadt bei Gelegenheit erledigen, bat er den Bürgermeister.
"Eine beeindruckende Liste, Respekt vor diesem aktiven Kreis", sagte Herrmann. Viel sei aufgelistet und nur ein Antrag gestellt worden, "das ist sehr human". "Wir schauen mal, was wir machen können", versprach er hinsichtlich des Heckenschnitts, "wir werden einen Weg finden, wie wir das vernünftig auf die Reihe bringen."
Iris Henig, die täglich ihr Kind zum städtischen Kindergarten nach Ebern fährt, bemängelte, dass dort kein Schnee geräumt worden sei, um wenigstens Parkbuchten für die Autos der Mütter zu schaffen. "Das ist ein berechtigter Einwand", sagte Herrmann und versprach, darüber mit dem Leiter des Stadtbauhofes, Werner Grell zu sprechen.
Wohin mit dem Bauschutt?
Rainer Hornung wollte wissen, wo künftig Bauschutt angeliefert werden könne. Auf der ehemaligen Erdaushubdeponie in Neuses, erklärte Herrmann. Dort werde die Firma Müller aus Bischwind a. R. von der Stadt eine Fläche pachten, auf der recyclingfähiger Bauschutt angeliefert werden könne und für eine gewisse Zeit auch Erdaushub, solange die Deponie rekultiviert werde.
Nachdem die Stadt Ebern in Brünn keinen Winterdienst durchführe, schlug Manfred Koch vor, damit Landwirte zu beauftragen, die für einen gewissen Betrag Schnee räumen würden. Bürgermeister Herrmann versprach eine Prüfung dieses Vorschlags.



Pleiten, Pech und Pannen sind absehbar

Brünn - Landwirte im Stadtgebiet Ebern, aber auch die Stadt selbst wollen Flächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen an private Investoren verpachten. Überrascht und verärgert zeigte sich 1. Bürgermeister Robert Herrmann bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend über den Beschluss der Bundesregierung, derartige Anlagen auf Ackerflächen ab 1. Juni 2010 nicht mehr zu fördern. "Da sind Pleiten, Pech und Pannen vorprogrammiert, so ein Verfahren kann man doch nicht einfach abrupt abbrechen, das ist aus meiner Sicht nicht ganz in Ordnung", sagte er und kündigte an, sich mit den zuständigen Bundestagsabgeordneten in Verbindung zu setzen. In diesem Zusammenhang ging er auch auf das Nahwärmenetz der Stadt ein. Für die ehemalige Bundeswehrkaserne werde ein eigenes Blockheizkraftwerk errichtet. Hinsichtlich des Stadtgebietes dränge der Landkreis Haßberge auf eine Entscheidung, nachdem an der Dreifachturnhalle bald die Sanierungsarbeiten beginnen und der Kreis wissen wolle, welche neue Heizanlage dort installiert werden müsse. Der Landkreis würde sich auch an einer Hackschnitzelheizanlage in der Stadt beteiligen. "Das Nahwärmenetz ist ein wichtiger Beitrag, um örtliche Wirtschaftskreisläufe zu sichern, da werden Hölzer aus eigenen Wäldern vermarktet und das Geld geht nicht beispielsweise nach Saudi Arabien", betonte der Bürgermeister.


Sporthalle in der Kaserne bald fertig

Brünn - Zu Beginn der Bürgerversammlung ging 1. Bürgermeister Robert Herrmann auf verschiedene Themen der Stadtratsarbeit ein. Dabei teilte er mit, dass die Sanierung der ehemaligen Bundeswehrsporthalle etwa bis Ende März abgeschlossen sei. Dann könnten dort Schulen und Sportvereine einziehen. Notwendig sei dies, weil der Landkreis die Dreifachturnhalle am Friedrich-RückertGymnasium umfassend saniert. In seinen Betrachtungen über die Eberner Bildungseinrichtungen erwähnte der Bürgermeister auch die Berufsschule in Ebern. Die gebe es nur noch auf dem Papier, nicht aber mehr in der Praxis. Es seien nicht mehr genügend Schüler für einen Unterricht vorhanden. Die Berufsschüler aus dem Eberner Bereich müssten nach Haßfurt fahren. "Das ist ein Verlust, aber man muss realistisch den Tatsachen ins Auge sehen", sagte er. Und hinsichtlich der in finanzielle Probleme geratenen Musikschule versicherte der Bürgermeister, dass die Stadt versuchen werde, dieses Angebot in Ebern zu halten. Bei der Hauptschule Ebern werde es wohl zu einem Schulverbund mit Hofheim und Maroldsweisach kommen. "Ob sich das gut anlässt, muss die Zukunft zeigen."


Hilda Schwarz aus Brünn auf dem Titelbild des Gartenbauvereinskalender des Kreisverband Haßberge. Wochenpost 16. Januar 2010

Der Fortschritt erleichtert die Arbeit
Walter Pfeufer: Politik hatte schon immer einen Einfluss auf Landwirtschaft
Erinnerungen eines Brünners, der jetzt in Treinfeld lebt

Brünn - Treinfeld - Nein, er trauert ihr nicht nach, der guten alten Zeit in der Landwirtschaft. Walter Pfeufer war und ist auch noch im Ruhestand ein Verfechter des Fortschritts, der die Arbeit leichter macht. "Alles in allem war es eine dermaßen umwälzende Entwicklung, aber schon langsam, eine Evolution, keine Revolution," sagt er rückblickend.
Die fröhliche gemeinsame Brotzeit an der Dreschmaschine - ein typisches Bild für die vermeintliche Idylle der Feldarbeit vor gut einem halben Jahrhundert. "Ich teile die Nostalgie nicht", sagt Walter Pfeufer. In und mit der Landwirtschaft aufgewachsen - sein Vater hatte den Gutshof in Albersdorf gepachtet - hat Pfeufer schon als Bub die andere Seite der Medaille kennen gelernt, eben auch bei der Getreideernte.
"Ich musste mit meiner Oma raus und die Garben auf dem Acker zu Häufchen zusammenstellen. Wenn ein Gewitter kam, mussten wir nochmal raus. Ich war glücklich, dass die Äcker damals nicht so groß waren, da hat man mal ein Ende gesehen. Freilich war es schön, wenn es Brotzeit gab und Gaudi gemacht wurde. Aber die Gaudi kann man heute genauso haben, ohne dass man sich plagen muss.". Der Übergang vom Selbstbinder zum Mähdrescher war für Pfeufer ein "Mei
lenstein in der Entwicklung", ebenso wie die großen, selbstfahrenden Erntemaschinen für Mais und Rüben heute.
Das ist aber nicht das einzige Beispiel, von dem Pfeufer erzählt. "In den Jahren zwischen 1948 bis 1950 waren in überall den Bauernhäusern noch Flüchtlinge untergebracht. Als Bub musste ich früh herumgehen und die Leute bestellen zum Kartoffellesen. Es waren zehn bis zwölf Frauen, sie haben sich gefreut, dass sie sich die Brotzeit verdienen konnten. Dazu haben sie drei Mark am Nachmittag bekommen. Damals wurde auch der Mais noch gehackt. Das war eine schwere Arbeit, da hat einem das Kreuz weh getan."
Die beginnende Technisierung Anfang der 50er Jahre - 1954 kam ein Elf-PS-Traktor auf den Hof, der die Pferde ersetzte - und das Spritzmittel Atrazin brachten hier Abhilfe. "Wenn man den Mais spritzte, brauchte man nicht mehr zu hacken. Zu der Zeit war das die größte Errungenschaft, schließlich hatten die Leute Hunger gehabt. Erst zehn Jahre später hat man uns gewarnt, dass Atrazin ins Grundwasser gelangt und schädlich ist."
Die Politik hatte schon in den 60ern großen Einfluss auf die damals noch sehr kleinstrukturierte Landwirtschaft. Pfeufer berichtet von der Vorgabe des EU-Kommissars Sigur Mannshold, ein Bauer müsse mindestens 40 Kühe oder 400 Schweine im Stall haben, um bestehen zu können. "Der Mannshold-Plan war das rote Tuch."
Für die Landwirte im Freistaat brachte das Landwirtschaftsförderungsgesetz die Lösung, als Alternative zum Mannshold-Plan. Es sah unter anderem vor, dass der Staat Maschinenringe und Erzeugergemeinschaften unterstützt. Diese Formen der überbetrieblichen Zusammenarbeit sollten mithelfen, dass auch kleinere Betriebe überleben konnten, während die Eigentümer ganz zur Arbeit gingen oder den Betrieb als Zuerwerb bewirtschafteten. Pfeufer erinnert sich abei auch, dass die Bauern, die aufgegeben haben, einen Arbeitsplatz gefunden haben. Sie hätten es oft besser als vorher gehabt und dabei ihren Hof behalten können.
Zum Abbau der Überproduktion, die es auch damals schon gab, wurde die Milchquote eingeführt. Diese Beschränkung betraf auch Pfeufers Betrieb. 1966 hatte der gebürtige Brünner nach Treinfeld geheiratet und zusammen mit seiner Frau den Hof der Schwiegereltern übernommen, zu dem seinerzeit 18 Hektar Land gehörten. Er spezialisierte sich auf Milchproduktion und baute zwei Jahre später als einer der Ersten in Franken einen Boxenlaufstall.
Auch das war durch eine technische Errungenschaft möglich geworden: den Melkstand. "Früher hat man ja noch mit der Hand gemolken. Da ist es kein Wunder, dass Landwirte nicht mehr als fünf, acht oder vielleicht zwölf Kühe im Stall stehen hatten." Dass heute schon Melkroboter auf dem Vormarsch sind, findet Pfeufer, der den Betrieb inzwischen an seinen Sohn übergeben hat, gut. "Jetzt, mit dem Melkstand muss man früh, mittag und abend arbeiten. Bei einem Roboter muss man auch da sein, aber nicht so zu den festen Zeiten."
Größer, breiter, besser: Die Entwicklung bei den Traktoren sieht Pfeufer ebenfalls positiv. Zumal "die neuen Allradtraktoren, wenn sie optimal bereift sind, weniger Bodenschäden anrichten als es früher mit kleineren Traktoren der Fall war." Und weil sie Flächen brachte, auf denen die großen Maschinen wirtschaftlich eingesetzt werden konnten, wertet Pfeufer die Flurbereinigung als einen weiteren "Meilenstein". Die "größten Errungenschaften" überhaupt aber waren für Pfeufer, die Europäische Union, "die uns 60 Jahre ohne Krieg auf diesem Kontinent beschert hat", und die Wiedervereinigung.

NP Beate Dahinten




100 Freizeitkegler und 28 Mannschaften gaben sich bei der Eberner Stadtmeisterschaft ein Stelldichein. Helene Schlömer und Georg Schlömer sowie Janine Neubert mit jeweils Topergebnissen Sieger in den Einzelwettbewerben. Wanderfreunde Rentweinsdorf bei den Damen und die FFW Brünn bei den Herren entschieden den Mannschaftswettbewerb.
Keine ruhige Kugel schoben die Mitglieder der Kegelabteilung in der letzten Woche, die zu ihrer fast schon traditionellen Stadtmeisterschaft eingeladen hatten. Fünf Tage ging es auf der herrlichen Vierbahnenanlage im Eberner Sportheim richtig rund, wurden doch nicht weniger als circa 6000 Kugeln auf den "Weg" geschickt, die zwar nicht jedem die gewünschte Holzzahl brachten, doch letztlich stand die Freude an der Sportart und das Miteinander im Team im Vordergrund. 100 "Feierabendkegler(innen)" , acht mehr wie im Vorjahr an gleicher Stelle, gaben sich ein Stelldichein. Ein Zeichen, das sich diese Freizeitveranstaltung weiterhin einer großen Beliebtheit erfreut. So zeigte sich Abteilungsleiterin Monika Drummer und Sportwart Gerhard Suckert mit der Resonanz und auch dem Gesamtablauf sehr zufrieden.
Doch auch die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen und gegenüber dem Vorjahr war weitgehend noch eine Steigerung zu erkennen. Große Überraschungen blieben jedoch aus. Die Mannschaften und auch Einzelspieler der Wanderfreunde Rentweinsdorf und "Links vorbei Rentweinsdorf" sowie der
FFW Brünn mischten auch in diesem Jahr wieder ganz vorne mit.
Beim Damenwettbewerb musste sich die siebenmalige Eberner Stadtmeisterin, Veronika Zier, heuer von ihrer Teamkameradin Helene Schlömer um sieben Holz geschlagen geben. Das beste Ergebnis aller Einzelkegler spielte jedoch Georg Schlömer, der 229 Holz purzeln ließ. Doch auch die 220 Holz von Horst Schneider bedeuten ein Spitzenergebnis, davon 79 Keile beim Abräumen und zudem blieb er als einziger Kegler ohne einen Fehlschub. Auch dieses Ergebnis lag noch klar über dem des Vorjahressiegers.
Bronze im Einzelwettbwerb für Reinhold Henig mit 211 Holz, die weiteren Platzierungen: 4. Thomas Henig 209, 5. Rainer Dietz 208, 6. Werner Zier 202, 7. Robert Köhler 196, 8. Walter Reuter (Vorjahressieger mit 209 Keilen) 195, 9. Thomas König 191, 10. Manfred Koch 190.
28 Mannschaften untergliedert in dreizehn Herren-, vier Damen-, acht Mixed - und drei Jugendmannschaften kämpften um die vorderen Plätze im Teamwettbewerb.
Mit hervorragenden 798 Holz setzte sich die Hochburg des Hobbykegelns, die FFW Brünn, souverän an die Spitze und verwies den Vorjahressieger "Links vorbei Rentweinsdorf", auch seit Jahren bei den Freizeitkeglern ein Begriff, auf Platz zwei, die es auf 739 Holz gebracht hatten. Die Siegermannschaft aus Brünn war wie folgt angetreten: Rainer Hornung, Reinhold und Thomas Henig, Manfred Koch, das Team aus Rentweisndorf hatte folgendes Aussehen: Ludwig Appelmann, Georg Schlömer, Werner Zier, Jean Claude Sourice. Bronze für die Mannschaft der FFW Ebern die 705 Holz schoben, 4. Wanderfreunde Rentweinsdorf 680, 5. FFW Ebern II 622, 6. TV Fußball 599, 7. FFW Ebern III 598, 8. Schützen II 552, 9. TV Handball 546, 10. A - Team 544.
Bei den Damen ein neuer "Stern" am Kegelhimmel mit Helene Schlömer und 210 Holz, gefolgt vom Rentweisndorfer Aushängeschild Veronika Zier mit 203 Holz, 3. Simone Berger 190, 4. Marlene Zier 184, 5. Gertrud Lübberding 181, 6. Lotte Weisel 181, 7. Hildegard Zürl 178, 8. Renate Schwarz 178, 9. Inge Schleicher 155, 10. Martina Schreiner 153 Holz.
Beim Teamwettbewerb konnten die Ladies der Wanderfreunde Rentweinsdorf ihren Erfolg der letzten beiden Jahre untermauern und dies in überzeugender Manier mit 755 Keilen. Sie lagen damit 84 Holz vor ihren Kolleginnen von "Links vorbei Rentweinsdorf mit 671 Holz, gefolgt vom Kulturverein Höchstädten mit 624 und 4. "Treff Nix" mit 48o Holz. Die Siegermannschaft hatte folgende Besetzung: Veronika Zier, Janine Neubert, Hildegard Zürl und Lotte Weisel.
Beim Mannschaftswettbewerb Mixed zeigte der DC Gipsy II das er nicht nur beim Spickern ein gutes Auge hat, sondern auch mit der runden Kugel treffsicher ist. 703 Holz standen am Ende bei der Siegermannschaft mit Karin Postler, Anni Zitzmann, Bianca Dreßel und Rainer Dreßel zubuche.
Silber für den Vorjahressieger die FFW Brünn die es auf 674 Holz gebracht hatte. Platz drei die Mannschaft AH Mix mit 662, 4. Schützen I 627, 5. "Die Hühner und der Hahn" 610 und 6. DC Gipsy I mit 576 Holz.
Beim Jugendwettbewerb gaben sich lediglich drei Mannschaften die "Ehre". Die Eberner Handball Nachwuchskräfte lagen mit 540 Holz ganz klar vorn, vor der FFW Ebern mit 448 und dem Kulturverein Höchstädten mit 286 Holz.
Beim Einzelwettbewerb der Jugend stand mit Janine Neubert ein Newcomerin ganz oben auf dem Treppchen und dies mit einem Topergebnis von 203 Holz, mit dem sie bei den Damen sogar Platz zwei belegt hätte. Mit 172 Holz Silber für Raphael Hippeli, 3. Lukas Schwarz 147, 4. Silke Schwarz 145, 5. Georg Koch 140, 6. Robert Witzgall 120, 7. Kevin Aumüller 108, 8. Hannes Jankowski 101 , 9.Lukas Müller 101, 10. Maximilian Wüstenberg 99 Holz.
Die Siegerehrung und Preisverteilung erfolgt im Rahmen des Sommerfestes des TV Ebern am Samstag, 4. Juli um 19.30 Uhr auf dem Festplatz.


NP 1.5.2009

6. von rechts der Brünner Brauer Manfred Koch - NP 28.04.2009

NP 7.5.2009

NP 4.5.2009

Neue Presse 3. März 2009

Weit über 200 alte Bilder ließen das frühere Dorfleben lebendig werden

Feuerwehrverein Brünn


Ein Streifzug durch Brünner Fotoalben mit Kreisheimatpfleger Günter Lipp



Brünn - Einen Streifzug durch die Brünner Fotoalben veranstaltet am Samstag der Feuerwehrverein Brünn. In einem kurzen Vorbericht wies Kreisheimatpfleger Günter Lipp, auf die Brünner Chronik hin.

Diese wurde durch den ehemaligen Dorfschullehrer Willi Bergmann in den 60er Jahren erstellt und an jeden Haushalt in Brünn verteilt. Lipp fand es schade, dass diese nicht mehr aktualisiert wird, denn eine so detaillierte Aufstellung über die Geschichte eines Dorfes von der ersten Urkundlichen Erwähnung (um1232) bis in die Neuzeit findet man sehr selten. Trotzdem ist er guten Mutes, dass die Chronik fortgeführt wird. (Auf der Internetseite www.diebruenner.de ist die Chronik im Moment bis zum Jahr 2000 komplett.)
Es interessieren sich nämlich immer mehr Menschen für die "gute alte Zeit" wie die Veranstaltung, die mit über 50 Zuhörern sehr gut besucht war, bewies. Günter Lipp wies darauf hin, dass es wichtig sei, auch jetzt die aktuellen Geschichten des Dorfes zu dokumentieren, denn in 30 oder 40 Jahren ist es sicherlich interessant wenn man nachlesen kann was denn damals " so alles los war".

Nach der kurzen Einführung durch den Kreisheimatpfleger begann dann der Streifzug durch die Brünner Fotoalben. Dazu wurden von Jürgen Schwappach weit über 200 alte Bilder von den Brünnern eingesammelt, digitalisiert und in einer sehr ansprechenden Fotopräsentation zusammengestellt. Diese wurde dann auf eine Leinwand projiziert. So konnten die Teilnehmer die Fotos anschauen, diskutieren und kleinere Geschichten darüber erzählen.

Häuser, die nicht mehr stehen
Interessant war vor allem wie Brünn vor langer Zeit ausgesehen hat. Es gab Bilder von Häusern, die nicht mehr stehen, und von Straßenzügen, die sich im Laufe der Zeit verändert haben. Da aber auch viele ältere Brünner Bürger an der Veranstaltung teilnahmen, konnten alle Bilder richtig zugeordnet werden. Es wurden alte Familien- und Schulfotos gezeigt. Viele der Anwesenden erkannten sich vor allem auf den Schulfotos wieder.

Zum Schluss wurde noch ein Film über Deutschland um 1900 gezeigt. Alles im allem war es ein gelungener Abend der bei Jung und Alt sehr gut angekommen ist. Ein ganz besonderer Dank galt Jürgen Schwappach, der viel Mühe und Zeit investierte und diesen Abend erst möglich machte.


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